Bewertung zur Literatur – Repair-Pins

Einleitung

Die Therapie des Knorpelschadens und insbesondere des fortgeschrittenen Knorpelschadens im Sinne der Arthrose stellt nach wie vor die Mediziner als auch Patienten bis zum heutigen Tage vor große Probleme (12, 13).

Bereits Hunter erkannte 1743, dass einmal zerstörter Knorpel nicht mehr reparabel ist (18). Eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Aufbau wie auch mit der Neogenese des Knorpels hat dazu beigetragen, das Verständnis wesentlich zu verbessern (19, 23).

So stehen Funktion und Belastbarkeit des menschlichen Knorpels in unmittelbarem Zusammenhang mit einer intakten Struktur. Der spezielle Aufbau des hyalinen Gelenkknorpels ermöglicht einerseits seine Dämpfungsfunktion sowie die gute Gleitfähigkeit und damit die Beweglichkeit des Gelenkes.

Knorpel ist nicht durchblutet und nicht innerviert. Wegen seiner eingeschränkten Regenerations- und Heilungsfähigkeit bestehen weiterhin erhebliche therapeutische Probleme. Lediglich bei Mitverletzung der subchondralen Knochenlamelle kommt es zur Ausbildung von fibrokartilaginärem Ersatzgewebe. Dieses Gewebe hat zwar nicht dieselben mechanischen Eigenschaften wie der hyaline Knorpel, kann aber durchaus manche Funktionen des hyalinen Knorpels erfolgreich ersetzen.

Es werden seit Jahrzehnten aufwendige Versuche unternommen einmal zerstörten Knorpel zu regenerieren (11, 20, 22, 26).

Im Rahmen der konservativen Therapie mit Medikamenten gelingt bisher lediglich eine Schmerzlinderung. Erfolgreiche Knorpel regenerierende Maßnahmen sind für den Patienten noch nicht verfügbar.

Insgesamt leiden etwa 5 Mio. Menschen in Deutschland derzeit unter Arthrosebeschwerden (14). Bedingt durch die demografische Entwicklung wird sowohl die Arthrosehäufigkeit als auch das daraus resultierende Operationsaufkommen weiter steigen. Derzeit werden bereits mehr als 50.000 Knie-total-Endoprothesen allein in Deutschland implantiert mit steigender Tendenz (10). Der Druck neuere, effektivere und kostengünstigere operative Methoden zu finden, wird nicht zuletzt durch die knappen Ressourcen im Gesundheitssystem erheblich verstärkt.

Derzeit werden operativ in der Arthrosetherapie neben achskorrigierenden Eingriffen insbesondere arthroskopische Techniken durchgeführt (13). Durch Débridement und arthroskopische Spülung sowie Abtragung oberflächlicher strukturveränderter Knorpelanteile wird die Begleitentzündung reduziert und meistens eine zeitweilige Besserung erzielt. Der Zeitraum variiert hier allerdings von einigen Jahren bis zu wenigen Monaten (14). Häufig angewandte arthroskopische Techniken wie die Pridie-Bohrung, Abrasionsarthroplastiken sowie die Microfrakturierung beruhen auf dem bekannten Prinzip der Knochenmark stimulierenden Techniken.

Über pluripotente Stammzellen, die die Knochenoberfläche erreichen, wird fibrokartilaginäres Ersatzgewebe induziert, welches ein Biologic-Resurfacing erreichen soll (23, 26).

Das Knorpelwachstum wird hier durch Eröffnung von Blutgefäßen der subchondralen Knochenlamelle mit nachfolgender Einblutung und anschließender Vernarbung erzielt (21).

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