Schlussfolgerungen und Ausblick

Wirkungshypothesen für den Karbonstift:

Es ist anzunehmen, dass die grundsätzlichen Heilungsmechanismen durch die Penetration des subchondralen Knochens, also durch Knochenmarkstimulationstechnik, erreicht werden. Die Quantität verschiebt sich deutlich zugunsten der Nutzung des Karbonstiftes.

Mechanische Verankerung:

Der Fibrinpfropf, der nach einer Bohrung entsteht, ist sehr fragil und wird durch das Verwenden des Pins mechanisch stabilisiert. Durch seine große poröse Oberfläche kann der Pin in das Fibringeflecht integriert werden und schützt dieses gegen äußere mechanische Einflüsse, insbesondere gegen Druckbelastung. Er wirkt außerdem als Fundament für das neu entstehende Knorpelersatzgewebe.

Platzhaltereffekt:

Das Ersatzknorpelgewebe, welches über der Bohrung entsteht und den Defekt umschließt, stammt vermutlich aus Vorläuferzellen, die vom Knochenmark durch die Bohrung in die Gelenkoberfläche immigrieren. Bei einer Bohrung ohne Pin wird das Loch mit der Zeit vom Knochen aufgefüllt und die Migration beendet. Im Falle des Pins bleibt jedoch eine Schicht aus fibrösem Bindegewebe zwischen Knochen und Pin bestehen, da der Knochen nicht direkt an der Karbonoberfläche anwächst. Durch diese Schicht kann die Migration von Zellen aus dem Knochenmark über längere Zeit aufrechterhalten werden. Histologische und elektronenmikroskopische Untersuchungen stützen diese Annahme (9,31).

Guidance-Effekt für Zellmigration:

Es ist bekannt, dass orientierte, faserige Strukturen die Zellmigration beeinflussen können (Contact- guidance (8)). Im Falle des Karbonfaserstiftes besteht eine textile, geflochtene Struktur, in welcher die Fasern unter einem bestimmten Winkel eindeutig axial orientiert sind. Wenn Zellen aus den Fasern migrieren, ist ihnen durch die Orientierung der Fasern sowie den "Konzentrationsgradienten" an Zellen (Kontaktinhibition (16)) eine eindeutige Migrationsrichtung vorgegeben.

Zusammenfassung

Der Karbonfaserstift ist inert, nicht toxisch, nicht allergen und hat hervorragende mechanische Eigenschaften.

Klinische Studien zeigten durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse.

Ernsthafte Komplikationen, die mit der Implantation des Karbonstiftes in Verbindung zu bringen wären, wie z. B. vermehrte Infektionen oder Lockerungen bzw. Bruch des Implantates wurden nicht beobachtet. Auch konnten bereits andere synoviale Gelenke des menschlichen Körpers wie z. B. das Großzehengrundgelenk oder auch das obere Sprunggelenk erfolgreich behandelt werden.

Die Anwendung des Karbonfaserstiftes ist technisch einfach und stellt für den geübten Operateur kein Problem dar.

Top